Führung

  • Wo übernimmt die Schulleitung eine Vorbildfunktion in Bezug auf den digitalen Wandel? Und in Zukunft?
  • Welche Rolle und Expertise hat die Schulleitung in diesem Themenfeld?
  • Wer hat sonst relevante Expertise zum digitalen Wandel und wie wird diese eingebracht? Wo haben wir noch Lücken und wie geht die Führung damit um?
  • Wo stärkt die Schulleitung pädagogische und technische ICT-Supportpersonen in ihren Funktionen?
  • Welche Rolle hat die Schulbehörde und wie gestaltet sich die Zusammenarbeit? 
  • Wie sind Mitarbeitende bei Veränderungsprozessen durch die Schulleitung beteiligt und informiert?  
  • Wie gestaltet sich der Umgang mit Freiheit/Autonomie und Verbindlichkeit/Standards? 
  • Wie werden Schwerpunkte für die individuelle und teaminterne Weiterbildung festgelegt? 

Warum?

Zwar ist die Karte «Führung» dem Bereich «Organisation/Strukturen» zugeordnet, dieser Faktor spielt aber natürlich in allen fünf Dimensionen eine entscheidende Rolle. Schulentwicklung bedingt zumindest ansatzweise immer eine Steuerung, gleichzeitig wird der Schulalltag immer komplexer und kann entsprechend nicht mehr von Einzelpersonen im  Alleingang bewältigt werden (eigentlich war das ja noch nie möglich). 

Im Zusammenhang mit dem digitalen Wandel werden oft Schlagworte wie Leadership, Agilität, partizipativer Führungsstil oder auch Holokratie verwendet. Ganz unabhängig von solchen oft plakativen begrifflichen Zuweisungen stellt sich die Frage nach dem Führungsverständnis dringlicher den je. Es gilt den richtigen Mix zu finden zwischen Lenkung und der Schaffung von Freiräumen, zwischen Kontrolle und Vertrauen. Einerseits müssen Verbindlichkeiten einfordert werden, andererseits gilt es niederschwellige Unterstützungsangebote einzurichten (vgl. Eickelmann, 2010, S. 305)*. Ganz entscheidend ist die Vorbildsfunktion der Führungsperson (vgl. Capgemini, 2015, S. 15)*. Wer beispielsweise selber digitale Medien meidet, hat beim Einfordern von digitalen Kompetenzen ein Legitimationsproblem.

* Eickelmann, B. (2010). Digitale Medien in Schule und Unterricht erfolgreich implementieren. Eine empirische Analyse aus Sicht der Schulentwicklungsforschung. Münster: Waxmann.

* Capgemini (2015). Changemanagement Studie 2015. Superkräfte oder Superteam? – Wie Führungskräfte ihre Welt wirklich verändern können.

Ressourcen

Literatur

  • Rolff, Hans-Günter. 2016. Schulentwicklung kompakt: Modelle, Instrumente, Perspektive. Weinheim und Basel: Beltz.
  • Hofmann, Hansueli und Priska Hellmüller, Hrsg. 2016. Eine Schule leiten: Grundlagen und Praxis. Unter Mitarbeit von U. (H.) Hostettler. Bern: hep.
  • Dubs, Rolf. 2019. Die Führung einer Schule: Leadership und Management. Stuttgart: Franz Steiner.
  • Capaul, Roman, Hans Seitz und Martin Keller. 2020. Schulführung und Schulentwicklung: Theoretische Grundlagen und Empfehlungen für die Praxis. Bern: Haupt
  • OECD. 2013. Leadership for 21st Century Learning: Eigenverlag.

Methoden

Aus- und Weiterbildungen

Für Leitungspersonen gibt es diverse Angebote, um das eigene Führungsverständnis zu vertiefen. Speziell auf die Herausforderungen des digitalen Wandels ausgerichtet ist der CAS Digital Leadership in Education.

Learning Circles

Führung im digitalen Wandel ist eine komplexe Aufgabe und ein permanenter Lernprozess. Es ist unwahrscheinlich, dass eine Person alle notwendigen Kompetenzen in sich vereint und über ein umfassendes Wissen in dieser uferlosen Thematik verfügt. Um diesen Lernprozess in einer Learning Community zu systematisieren und den Austausch mit anderen Schulen und Institutionen in die eigene Entwicklung einfliessen zu lassen, empfiehlt sich das Lernen in Circles, z.B. über WOL oder LernOS. Über beide Plattformen erhält man ein Framework fürs Lernen in Gruppen und, falls nicht bereits vorhanden, Zugang zu einer Community.

Quickstart-Guide für LernOS, Quelle: https://cogneon.github.io/lernos/

Damit ein Learning Circle funktioniert, braucht es ein persönliches Commitment und viel Disziplin. Wenn sich diese Form des Lernens erst einmal etabliert hat, wird sie von den Beteiligten meist als unverzichtbar erlebt.

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